Mittwoch, 8. Oktober 2014

[Rezension] Endgame - Die Auserwählten







Titel: Endgame - Die Auserwählten
Autor: James Frey
Verlag: Oetinger
Erscheinungsdatum: 07. Oktober 2014
Preis: 19,99 € (Hardcover)
             12,99 € (eBook)

Reihe: Teil 1 von 3







Inhalt
12 Spieler, die Nachfahren der verbliebenen Urgeschlechter der Erde. Alle 12 trainiert, um ihr Geschlecht vor dem Ende der Welt zu retten. Jeder ist Teil des Endgame und nur einer kann sie finden: 3 Schlüssel, die die Zukunft bedeuten. Ihr Leben lang wussten sie, dass der Tag kommen kann und doch hat niemand geglaubt, dass es in ihrer kurzen Zeit als Spieler wirklich beginnt. Die Prophezeiung besagt, dass ein Teilnehmer vom Endgame nicht weniger als 13 und nicht mehr als 20 Jahre zählen darf.  Zum Schluss muss jeder allein entscheiden, wie er den Sieg davon trägt.
Der Tag ist gekommen - Willkommen beim Endgame!




Da ist es also passiert - 582 Seiten an einem (freien) Tag und "Endgame - Die Auserwählten" gehört der Lesevergangenheit an. Nun ist es gar nicht so simpel an ein Buch unvoreingenommen heranzugehen, was mit den Erwartungen der Leser vorher in solchem Ausmaß spielt. Für mich ist es nicht "das" perfekte Buch, aber die Idee gefällt mir trotz dessen sehr gut. Es bietet die Möglichkeit Menschen an Bücher heranzuführen, die vielleicht nicht viel mit diesem Kulturgut anfangen können. Social Media ist eben das Schlagwort dieser Zeit und ein Buch im Zusammenhang mit Spiele-App, Facebook-Profilen der Charaktere und der Aussicht auf eine halbe Million Dollar, muss doch ansprechen.

Bevor ich auf die positiven und negativen Seiten von Endgame eingehe, möchte ich aber beinahe beruhigend sagen, dass das Buch gut ist. Wie hatte ich Angst, dass das Buch der totale Reinfall ist, aber glücklicherweise ist das tatsächlich nicht der Fall =)


Charaktere
Es sind 12 an der Zahl und sie sind grundverschieden. Motivation, Erziehung und Charakterbild spiegeln sich bei vielen sehr gut in ihren Handlungen wider. Hat man auf der einen Seite blutrünstige Teenager, gibt es auf der anderen Seite junge Menschen, die alle Konsequenzen vorher durchdenken.
Leute, die Frieden suchen und wieder andere, die den Tod herbeisehnen, unabhängig ob es ihr eigener ist, der ihrer Mitspieler oder völlig Fremder.
Hervorragend gut gefällt mir dabei der Perspektivwechsel während der Geschichte.
Man begleitet so die verschiedenen Jugendlichen auf ihrem Weg und ist näher an der Entwicklung der Geschichte dran. Die Namen sind anfangs gewöhnungsbedürftig, aber man findet sich relativ schnell ein und kann nach kurzer Zeit die Personen zuordnen. Etwas schwieriger wird es da schon, wenn die Zugehörigkeit durch die Namen der Geschlechter verdeutlicht werden soll. "Cahokianerin" ist einfach kein sehr griffiger Begriff, der sofort in meinem Gedächtnis hängen bleibt.
Gut gelungen fand ich auch die Hintergründe einiger Mitspieler, die zwischendurch ans Licht kamen. Diese Ausführlichkeit gab es aber nicht bei allen 12 Charakteren, was ich etwas schade finde aber nicht verwunderlich.
Man entwickelt teils schon sehr gegensätzliche Gefühle, von Mitgefühl bis Abscheu ist alles dabei.

Unabhängig von der Geschichte fand ich einige stilistische Mittel allerdings sehr anstrengend.
James Frey mag anscheinend Aufzählungen, ob man über drei Zeilen Elemente auflistet, Waffentypen, das Inventar eines Autos oder aber eine ganze Seite die gleichen drei (etwas abgewandelten) Sätze wiederholt - alles gefällt mir nicht besonders, stört meinen Lesefluss und lässt mich etwas genervt zurück.
Ebenso ging es mir bei der Eigenart eines Charakters. Dieser stottert und hat Ticks, so die Erklärung. Allerdings muss man das, meiner Ansicht nach, nicht im gesamten Text einbauen. Gerne in einer Konversation oder meinetwegen in Situationen, die andere Menschen einbeziehen. Wenn ich allerdings seitenlang die Zwischenworte "blinzel" und "zuck" lesen muss oder eben Wortwiederholungen, frage ich mich nur, ob man wohl auch in Gedanken stottert?!
Bei manchen Auffälligkeiten habe ich mich auch gefragt, ob diese Teil des Rätsels sind und deswegen nicht geändert wurden (z.B. bei der Übersetzung). Endgame spielt auf der ganzen Welt, die genutzten Maßeinheiten sind allerdings Inch, Fuß und mph (miles per hour). Nun bin ich mir relativ sicher in deutschen Übersetzungen eher selten solche Maße zu sehen. Das dient sicher der Anschaulichkeit, denn zumindest ich kann mir besser vorstellen, wie schnell ein Auto fährt bei der Angabe von km/h oder wie groß etwas ist, wenn z.B. Meter angegeben werden.
Wo wir übrigens gerade bei dem Rätsel sind. Man hat schon das Gefühl, dass Informationen rein geschrieben werden mussten. Ich fände es persönlich sehr lustig, wenn sämtliche Zitate, Zeichnungen, Zahlen und Fremdwörter keine große Rolle spielen und nur ablenken sollen vom eigentlichen kleinen versteckten Rätsel. So haben es jedoch Zahlen in den Text geschafft, die etwas merkwürdig anmuten. Braucht man bei Stundenangaben mehrere Nachkommastellen? Ich glaube nicht. So bin ich an manchen Textstellen leider etwas über den Text gestolpert.

Sicher tauchen auch manche Parallelen zu anderen Büchern auf, aber das lässt sich heutzutage kaum noch vermeiden.

Das Ende hat mir übrigens sehr gut gefallen, für ein Jugendbuch recht ungewöhnlich und natürlich gab es einen kleinen Ausblick, was uns vielleicht im zweiten Teil erwartet.

Fazit
Unsere Erde als Schauplatz. Ein Wettkampf, der entscheiden muss, wer leben oder sterben wird. Verschiedene Perspektiven bieten gut gelungene Einblicke in die vielfältigen Charaktere. Aufzählungen, merkwürdige Zahlen und Wiederholungen stören allerdings einen sonst angenehmen Lesefluss. Die Geschichte und die Idee dahinter gefallen mir jedoch sehr gut, von daher gibt es 4 von 5 Pfotenherzen.




Wie gefällt euch denn die Idee rund um das Buch "Endgame"?

Kommentare:

  1. Guten Morgen Esther :D

    Es sollte eigentlich fürs Buch sprechen, wenn dus innerhalb deines auch noch freien Tages komplett durchgelesen hast. ^^ Was ich aber gut finde und auch stark erwartet habe ist, dass das Buch bei dir keine volle Punktzahl erreicht und du auch deine Kritik angebracht hast. Gerade bei dem Hype war mir so klar das es nicht perfekt sein wird aber es jeder erwartet. ^^ Egal, was ich sagen wollte: Da ichs ja noch selbst lese und rezensiere, lese ich mir zuvor eigt. nie andere Rezis durch aber an deine kam ich grade unschwer vorbei und ich hatte vorher schon ein etwas "Bild" darüber und freue mich jetzt einfach mal drauf, wenn ich loslegen kann. :D Aber deine Rezi hat mich wahrscheinlich noch etwas skeptischer und "wachsamer" gemacht. Ob das jetzt gut oder schlecht für mich ist, lass ich mal offen. ^^

    Ich glaub auch das deine Rezi im Vergleich zu anderen da erheblich objektiver sein wird, weil sich iwie dann eventuell kaum einer traut die Schwächen aufzulisten. O.O Also super duper gemacht und viel Spaß mit der nächsten Story. ;)

    ~ Jack

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    1. Hey Jack =)

      Ja ich gebe zu, dass spricht tatsächlich für das Buch - ein bisschen auch für die Tatsache, dass ich es gerne noch Kollegen weiter geben möchte, dass sie sich auch eine Meinung bilden können. Alles andere wurde also gestern erstmal beiseite geschoben =)
      Ich bin wirklich gespannt, wie du das Buch findest und wie die allgemeine Meinung darüber ausfällt. Manche Kritikpunkte würden vielleicht auch schwerer wiegen, wenn sie nicht mit einem möglichen Rätselzusammenhang erklärt werden könnten.
      Danke auf jeden Fall für deine netten Worte =)

      Ganz liebe Grüße,
      Esther

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  2. Guten Morgen =)

    Also ich kann mich da Jacks Meinung nur anschließen. Bei dem riesen Aufstand, der um das Buch gemacht wurde, bleibt für mich schon ein kleiner Nachgeschmack. Die Erwartungen werden mit sowas extrem hochgeschraubt. Oft sieht man nach so Aktionen überragend gigantisch positive 5 Sterne Bewertung, ohne Kritikpunkte. Manchmal sind mir da echt kritische Rezis lieber =). Trotzdem scheint es ja ein überzeugender Auftakt zu sein.

    LG
    Anja

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    1. Guten Morgen liebe Anja =)

      der Auftakt hat mir als solches tatsächlich ziemlich gut gefallen. Das es (natürlich) als Trilogie angelegt ist, wundert ja niemanden mehr, der irgendetwas mit Fantasy-Jugendbüchern zu tun hat. In diesem Fall wirkt es auch erstmal sinnvoll =)
      Sicher werden noch sehr viele Blogger das Buch rezensieren und mal sehen wie viele "Dieses Buch ist der Wahnsinn"-Rezensionen dabei entstehen =)

      Ganz liebe Grüße,
      Esther

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    2. Huhu Esther,

      ja darauf bin ich schon wirklich sehr gespannt ^^

      LG
      Anja

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  3. Also ich bin mir noch nicht sicher, was ich von dem Buch halten soll. Wenn ich deine Rezi lese, klingt es zwar gut, spricht mich aber trotzdem nicht an. Rätsel lockt mich nicht.
    Mal sehen ob sich das noch ändert wenn ich noch mehr über das Buch lese :-)
    Liebe Grüße,
    Kathi

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    1. Hallo Kathi,

      das ist natürlich alles Geschmackssache =) Mit dem Rätsel kann ich allerdings auch nicht so wirklich was anfangen, an manchen Stellen hat mich das eher gestört, v.a. wenn man über bestimmte Formulierungen stolpert.
      Vielleicht findest du ja noch einen Anreiz das Buch zu lesen. Ansonsten gibt es noch genug andere lesenswerte Bücher =D

      LG Esther

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