Dienstag, 23. September 2014

[Ausgequetscht] Platti Lorenz

Hallo meine Lieben,

heute habe ich etwas ganz besonderes geplant und zwar einen kleinen Blick hinter die Kulissen von der überaus sympathischen Autorin Platti Lorenz.

Bücher helfen mir abzuschalten, die Realität für eine kurze Zeit hinter mir zu lassen und immer wieder bin ich fasziniert von zauberhaften, fantasievollen und gut durchdachten Geschichten.

Ich habe nun die Möglichkeit bekommen aus erster Hand zu erfahren, wie lange es dauert vom ersten flüchtigen Gedanken bis zu einem fertigen Buch.
Kommt mit und folgt mir in die Welt der Autorin hinter dem 'Duneburgdebakel' :)

(Platti Lorenz, Foto: Bianka Pogadl)







E. (Esther):  Hallo liebe Platti und herzlich Willkommen auf unserem Blog "Prowling Books". Schon als ich dein Buch "von Bitterweg - Das Duneburgdebakel" gelesen habe, kam mir die Idee, dass es wunderbar wäre mit dir ein Interview zu führen. Umso dankbarer bin ich, dass du meinem Vorschlag sofort zugestimmt hast und dir nun die Zeit dafür nimmst. 
Bücher haben für mich schon immer einen hohen Stellenwert und nicht jeder kann das nachvollziehen. Mich würde interessieren, was dich an Büchern besonders fasziniert?

P. (Platti Lorenz): Ich würde sagen, in ihnen steckt mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Das hat schon was für sich. 

E.: Ganz genau so empfinde ich das auch. Von außen kann ein Buch noch so unscheinbar sein und trotzdem eine unvergessliche Geschichte beherbergen. Hast du denn momentan ein persönliches Lieblingsbuch?

P.: Seit etwa einem Jahr ist das "Sie" oder "Misery", gemäß Originaltitel, von dem Meister des 
Horrors Stephen King höchst persönlich. Ich kann nicht genau sagen wieso, aber das Buch steckt mir
immer noch in den metaphorischen Knochen, und das, obwohl das Buch nicht unbedingt schön vom Inhalt her ist. Ich finde das King einen faszinierenden Stil hat (in der deutschen Übersetzung
wie auch im englischen Original).

E.: Wenn ich bedenke, wie lange einige seiner Werke schon auf meinem SuB schlummern, fühle ich mich direkt überzeugt in nächster Zeit tatsächlich mal ein Buch von King zu lesen (und nicht nur im Bücherregal zu betrachten).
Du hast mir erzählt dein erster Roman, den du ohne schulische Anordnung gelesen hast, war "Die Päpstin". Kannst du dich denn noch an deine eigenen ersten Schreibversuche erinnern?

P.: Ja und zwar habe ich nicht geschrieben, sondern gezeichnet. Einen mit Buntstiften kolorierten Comic im Manga-Stil.

E.: Das erinnert mich an dein zweites Projekt. Zusammen mit Mie Dettmann hast du einen Blog gegründet, der lustige Lektionen aus dem Alltag des Hexenkaters Tyrrin veröffentlicht. Du kümmerst dich um Story und Text, während Mie Dettmann die Zeichnungen beisteuert. Wie kam es denn zu dieser wunderbaren Idee?

(Illustration: Mie Dettmann)


P.: Die beiden Ursachen laufen bei mir unter den Pseudonymen "Puschel" und "Stöpsel", sind 4 und 1 Jahr alt und damit der geballte Unfug auf Samtpfoten.
Ach ja, und weil im Internet Bilder immer eine große Hilfe sind und Mie es in dieser Hinsicht
einfach drauf hat und mit einer ähnlichen Ursache beschäftigt ist, hat sich das so ergeben.




E.: Bei mir zu Hause gibt es auch so einen Rabauken und trotzdem gibt es nichts, was mich mehr entspannt, als auf der Couch zu sitzen samt Katze und in einem Buch zu schmökern. Hast du auch einen Lieblingsleseplatz oder passenderweise einen Lieblingsschreibplatz?

P.: Da bin ich eigentlich flexibel. Doch meistens muss die Couch im Wohnzimmer dafür herhalten.
Wichtiger ist, dass ich dabei Musik auf den Ohren habe oder mich wenigstens etwas im Hintergrund berieselt.

E.: Das heißt du hörst beim Lesen und Schreiben gerne Musik?

P.: Genau. Was das Lesen angeht, hat jeder Autor sogar sein eigenes Album. Bei Terry Pratchett läuft grundsätzlich das Best of Album der Cardigans und für den Meister des Schreckens ist Superunknown von Soundgarden reserviert.


(Redaktionshelfer Stöpsel und Puschel, Foto: Platti Lorenz)

E.: Natürlich soll es in diesem Interview auch um dein Fantasy-Debüt "von Bitterweg - Das Duneburgdebakel" gehen. Wie lange gibt es die Idee zu dem Buch denn schon?

P.: Also die Idee kam eigentlich ziemlich zeitig zur Umsetzung, nur dass die Umsetzung seit 2011
im Gange ist.

E.: Wenn es von der Idee bis zur Umsetzung 3 Jahre dauert, fragt man sich dann manchmal,
ob es die richtige Entscheidung war viel Zeit und Herzblut zu investieren?

P.: Nein, das würde ich so nicht sagen. Von Bitterweg fing ich als Hobby an, dass ich dann und wann gepflegt habe. Da gab es natürlich Phasen, in denen ich mal mehr und mal weniger daran gearbeitet habe. Der Teil der bisher erschienen ist war Anfang 2013 schon fertig.
Allerdings sollte man die ganze Zeit für das Nochmal-und-nochmal-Durcharbeiten und Korrigieren nicht unterschätzen. Meine lieben, lieben Hobby-Hilfskräfte und Beta-Leser haben auch einige Zeit gebraucht. Doch an diesen Faktoren würde ich das gar nicht messen. Es ist das Schreiben und der Spaß dabei, um das es mir geht.





E.: Viele Menschen träumen nur davon ein eigenes Buch zu schreiben. Kannst du den Moment beschreiben als dir bewusst wurde, dass du nun ganz offiziell dein erstes Buch veröffentlichst?

P.: Ich muss zugeben, der Moment krepelt noch immer etwas vor sich hin. Ich hab's ja schon länger auf dem Plan - so Anfang März gab es da bei mir den Durchbruch. Aber es ist auch gedacht gewesen, die ganze Sache erst einmal langsam anzuschieben und zu gucken, wie die Resonanz im Publikum so ist, um eben Stück für Stück darauf aufzubauen. Ich fühle mich daher eher als Gründerin und weniger als Buchautorin oder gar Schriftstellerin. Ich glaube, mein Umfeld nimmt das mit mehr Emotionen wahr. Die einen mit Bewunderung und andere mit Besorgnis.

E.: Was genau meinst du in diesem Fall mit "Gründerin"?

P.: Ich habe beruflich viel mit jungen Unternehmen und Gründern zu tun und auch schon sowas wie eine nebenberufliche Gründung durch. Die Art und Weise, wie ich mein Buch für alle öffentlich mache, erinnert mich sehr daran. Ich habe oft den Eindruck, dass Autoren, die ihre Bücher selbst verlegen, eigentlich mehr Unternehmer sein müssen als rein kreativer Schriftsteller. Man hat viele Zahlen, Strategien und Pläne im Kopf, speziell im Bereich Marketing. Ich glaube nicht, dass sich all die Kreativen in der Welt so das schöne Schriftstellerdasein vorstellen.

E.: Hast du denn einen Ratschlag für alle, die selbst liebend gerne ein Buch veröffentlichen würden?

P.: Es ist schwieriger als es die großen Bestseller-Listen vermuten lassen. Eines ist jedenfalls sicher, nur weil ein Buch bei Amazon u.a. im Shop steht, heißt es noch lange nicht, dass es gekauft wird. Man muss jede Menge gute Werbung machen. Es hilft auf jeden Fall sich ein paar unabhängige Buchblogger zu suchen und dies nach allen Möglichkeiten zu hegen und zu pflegen.
Nichts ist besser als die ehrliche Empfehlung eines echten Bookaholic!


E.: Bei der Menge an Veröffentlichungen ist es wirklich schwierig auf einzelne Bücher aufmerksam zu werden. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich die Reihe rund um Aiden Wirket kennen gelernt habe und bin wirklich gespannt, wie es damit weitergeht. Gibt es schon konkrete Pläne?

P.: Es geht auf jeden Fall weiter. Und der Titel des zweiten Teils wird wahrscheinlich auch so bleiben, wie er aktuell ist. "Das Mächtweiler Mirakel". Ich muss sehen, wie sich das nächste Jahr so entwickelt, versuche aber Ende 2015, Anfang 2016 für den Nachschub zu sorgen.

E.: Sind in der Zwischenzeit denn auch andere Projekte geplant?

P.: Eventuell wollen wir es mit unserem Hexenkater mal als E-Book probieren. Einfach um zu gucken, ob wir auf dem Markt ein paar Leser und Katzenverrückte abgreifen können.
Ansonsten arbeite ich nebenher noch an einem Kurzroman für eine Ausschreibung. Ideen für neue Buchprojekte habe ich auch noch einige, aber immer schön eines nach dem anderen.

E.: Nun kommen wir zu der letzten, jedoch nicht weniger wichtigen Frage: Was wünschst du dir für deine Zukunft als Autorin?

P.: Ganz einfach, eigentlich nur das meine Bücher gelesen werden und dass meine Leser Spaß bei der Lektüre haben und dabei vielleicht auch noch das eine oder andere Häppchen zwischen den Zeilen
für sich mitnehmen.

E.: Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du viele Leser mit deinen Büchern erreichst und sie voller Begeisterung in die fantastische Welt von Aiden Wirket abtauchen.

P.: Das ist lieb danke. Und ich wünsche euch, dass ihr die Freude an eurem Buchblog noch lange,
lange Zeit beibehaltet und jede menge Schätze entdeckt, die sich unbedingt zu lesen lohnen! ^o^


Vielen lieben Dank an Platti Lorenz, die sich wirklich sehr (sehr, sehr, sehr) viel Zeit für das Interview genommen hat. Mir hat es großen Spaß gemacht mal ein bisschen auf den Menschen hinter dem Buch zu schauen :)

Interessiert euch so ein Blick hinter die Kulissen oder reicht es euch das vollendete Buch in den Händen zu halten?












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